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Berufliche Neuorientierung mit 50: So gelingt die Neupositionierung!

Aktualisiert: 24. Feb. 2022

In meiner beruflichen Praxis begegne ich immer wieder Menschen, die sich rund um ihr 50. Lebensjahr einer beruflichen Neuorientierung gegenübergestellt sehen. Im Vergleich zu beruflichen Neuorientierungen jüngerer Klienten scheinen die Veränderungen in der Altersklasse 50+ besonders grundlegend und dramatisch zu sein. In diesem Blog lernen Sie einige Besonderheiten der beruflichen Neuorientierung mit 50 kennen. Sie werden (hoffentlich) erkennen, dass ein beruflicher Neustart in diesem Alter bestimmt nicht das Ende der Welt, sondern oftmals der Startpunkt für ein erfolgreiches und befriedigendes „letztes Drittel“ der beruflichen Laufbahn sein kann.

Was macht eine berufliche Neuorientierung mit 50 für viele Menschen so bedrohlich? Zwei Gründe werden hier besonders oft genannt, deren Kombination zunächst wirklich etwas einschüchternd wirken kann:

  • Mit 50 hat man noch ungefähr ein Drittel seines Berufslebens vor sich. Man verfügt zwar in aller Regel schon über sehr fundierte Erfahrungen, aber man ist halt bei Weitem „noch nicht durch“. Es liegen noch viele Jahre vor uns, das Haus ist vielleicht noch nicht abbezahlt, die Kinder mitten im Studium - mit einem Wort: Die finanziellen Verpflichtungen (oder wie man so schön sagt: "der Erwerbsdruck“) sind noch hoch. Um ihnen nachzukommen und den Lebensstandard zu halten, sind wir auf unser Einkommen angewiesen.

  • Ein weiterer Aspekt, der uns von einer beruflichen Neuorientierung mit 50 abhalten kann: Es hält sich immer noch das hartnäckige Vorurteil, mit 50 zum alten Eisen zu gehören. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass dieses Vorurteil falsch ist. Insbesondere in Zeiten des Fachkräftemangels sind Arbeitnehmer auch jenseits der 50 noch hoch attraktiv. Ein 50-jähriger verfügt über 20 bis 30 Jahre relevante Berufserfahrung, ist häufig schon ein wenig herumgekommen und kann dementsprechend vielfältige Perspektiven einbringen. Einarbeitungs- und Ausbildungszeiten sind in der Regel im Vergleich zu einem Studienabgänger vergleichsweise kurz.

Und dennoch: Wer sich besonders nach einem unfreiwilligen Jobverlust mit einem Berufswechsel/einer beruflichen Neuorientierung mit 50 konfrontiert sieht, wird häufig eben wegen des hohen Erwerbsdrucks und wegen der Angst, für den Arbeitsmarkt nicht mehr attraktiv zu sein, von Ängsten überwältigt.

Was hat es nun mit diesem verflixten fünften Lebensjahrzehnt auf sich, dass derart viele Karrieren zu diesem Zeitpunkt (vermeintlich) ins Straucheln und die Betroffenen in ernsthafte Krisen geraten? Aus der Vielzahl der Erklärungsansätze auf diese Frage seien hier zwei exemplarisch herausgegriffen:

  • Das Karriere-Plateau und

  • Die Veränderungen der eigenen Werte über die Zeit

Beruflicher Neuanfang mit 50 & Karriere-Plateau

Interessant für die berufliche Neuorientierung mit 50 ist das Peter-Prinzip. Dieses Modell, benannt nach Autor Laurence J. Peter, wurde in den späten 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts formuliert. Es besagt (nicht besonders wertschätzend), dass Jeder in Hierarchien so lange aufsteigt, bis er seine persönliche Stufe des Scheiterns erreicht hat. Ist man auf einer Stufe der Karriereleiter erfolgreich, wird man befördert, so lange, bis man von den Anforderungen einer Karrierestufe überfordert ist. Da bleibt man dann.


Ich persönlich halte das für eine arg verkürzte und vereinfachte Darstellung. Das Peter-Prinzip ist aber gut geeignet, ein typisches Denkmuster unserer Kultur zu verdeutlichen — insbesondere im Hinblick auf eine berufliche Neuorientierung mit 50: Dass es nämlich im Laufe des Berufslebens immer auf der Karriereleiter aufwärts gehen muss. Rund um das 50. Lebensjahr bleiben dann unter Umständen die gewohnten Karrieresprünge aus. Wir verharren auf einem Karriere-Level und es geht nicht mehr weiter. Oft genug haben wir sogar ordentlich damit zu kämpfen, den Anforderungen unserer aktuellen Position dauerhaft gerecht zu werden. Andere werden anstelle von uns befördert, plötzlich haben wir einen Vorgesetzten, der sogar noch jünger ist als wir selbst! Auf den ersten Blick keine guten Voraussetzungen für eine beruflichen Neuorientierung mit 50.


Ich bin weit davon entfernt, dies ins Lächerliche zu ziehen. Eine ausgebliebene Beförderung kann eine ernsthafte Kränkung des Selbstwertgefühls nach sich ziehen. Und besonders für Menschen mit einer ausgeprägten Leistungsmotivation ist es schwer zu akzeptieren, dass die eigene Karriere vielleicht ein Plateau erreicht hat, von dem es (erstmal) nicht im gewohnten Tempo weiter nach oben geht. Wenn wir in einer solchen Situation auch noch unseren Job verlieren und sich nicht sofort eine gleich- oder höhenwertige Anschlussbeschäftigung auftut, geraten viele von uns in eine Krise.


Solange wir in dem Denkschema gefangen sind, dass es in Karrieren immer aufwärts gehen muss, schränken wir den Lösungsraum für unsere berufliche Neuorientierung mit 50 unnötig ein. Logisch betrachtet stehen uns 4 Richtungen zur Verfügung, um in unserer Karriere den nächsten Schritt zu gehen: Wir können etwas vollkommen Anderes tun, auf dem angestammten Niveau bleiben, eine höhenwertige Position anstreben, oder auch eine Stellung unterhalb unseres letzten Karrierelevels akzeptieren. Häufig finden wir den Gedanken, eine Position unterhalb unseres bisherigen Status anzunehmen, besonders wenig attraktiv. Wäre das nicht ein Eingeständnis des Scheiterns? Könnten wir uns das überhaupt leisten, schließlich wäre eine solche Position vermutlich schlechter dotiert als der vergangene Job? Was sagen Kollegen, Nachbarn, Freunde, die eigene Familie?


Aus meiner beruflichen Praxis als Coach weiß ich, dass ein Schritt abwärts auf der Karriereleiter als regelrechte Befreiung wirken kann: Einer meiner Klienten hatte über etliche Jahre eine strategische Rolle in einem Konzern inne. Nach der nicht ganz freiwilligen Trennung von seinem alten Arbeitgeber fand mein Klient einen Arbeitsmarkt vor, auf dem gleichwertige Positionen selten, dadurch intensiv umkämpft und über die gesamte Republik verstreut waren. Gleichzeitig waren Anstellungen auf einem operativeren Level nahe seinem Wohnort verfügbar, er hatte sogar eine gewisse Auswahl. Schlussendlich entschied er sich für die beruflichen Neuorientierung mit 50. Seine neuen (weniger strategisch / politischen) Aufgaben gingen ihm fast spielerisch von der Hand, er hatte plötzlich wieder echte Erfolgserlebnisse, die ihm bei Weitem weniger Kraft kosteten als der tägliche Kampf im Haifischbecken, dem er in seiner letzten Position ausgesetzt war. Trotz eines gewissen Einkommensverlustes stieg seine Lebensqualität.

Für ihn bestand der entscheidende Schritt, darin, alte Glaubenssätze loszulassen. Es hat viel Spaß gemacht, ihn bei dieser Entwicklung im Rahmen eines Coachings zur beruflichen Neuorientierung zu begleiten.


Die Veränderungen der eigenen Werte über die Zeit

Im Rahmen meiner Coachings begegne ich aber auch Fällen, in denen Menschen eine berufliche Neuorientierung mit 50 anstreben, die nicht auf externe Faktoren wie zum Beispiel der Verlust des Arbeitsplatzes zurückzuführen sind. Sie haben eher etwas mit einer Veränderung der eigenen Werte zu tun. In einem konkreten Fall berichtete ein Klient davon, dass ihm rund um sein 50. Lebensjahr zum ersten Mal in seinem Leben seine eigene Endlichkeit bewusst geworden war. Mit der Erkenntnis, vermutlich mehr als die Hälfte des eigenen Lebens bereits hinter sich zu haben, veränderten sich schlagartig seine persönlichen Präferenzen und Werte. „Karriere“ und „Erfolg im Beruf“, denen mein Klient jahrzehntelang nachgeeifert hatte, traten in den Hintergrund. Mehr Lebensqualität, ein ausgeglicheneres Verhältnis zwischen Arbeit und Freizeit, Zeit mit Freunden und Familie waren mit einem Male wichtiger als die nächste Gehaltserhöhung oder eine weitere Beförderung. Nach vielen erfolgreichen Jahren fühlte sich mein Klient plötzlich gefangen in seinem Beruf. Auch so kann ein Berufswechsel bzw. eine berufliche Neuorientierung mit 50 beginnen.


Phasen der beruflichen Veränderung mit 50

Als zertifizierter Coach begleite ich Sie gern bei Ihrer beruflichen Neuorientierung mit 50! Ein solcher Prozess folgt hier typischer Weise dem folgenden Ablauf:

  • Standortbestimmung

  • Definition des Traumjobs

  • Definition Suchstrategie

  • Bewerber Training

Erfahren Sie auf meiner Website mehr über die einzelnen Schritte und mein Coaching zur beruflichen Neuorientierung. Vereinbaren Sie noch heute ein kostenloses Erstgespräch!

Gerne unterstütze ich Sie auch als Business Coach oder helfe Ihrem Unternehmen dabei, HR-Prozesse zu optimieren.






 
 
 

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