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Diese Tipps für Vorstellungsgespräche führen zum Erfolg

Aktualisiert: 10. Mai 2021

Bei Oberland Coaching erhalten Sie ein professionelles Coaching zur beruflichen Neuorientierung. Als Personaleiter habe ich unzählige Interviews geführt. In diesem Blog verrate ich Ihnen einige Tipps für Ihr Vorstellungsgespräch, die sich in der betrieblichen Praxis als wertvoll erwiesen haben. Es ist eigentlich ganz einfach:

  • Seien Sie ganz Sie selbst!

  • Seien Sie vorbereitet!

Seien Sie ganz Sie selbst!


Bewerbungsgespräche verfolgen eigentlich ein ganz simples Ziel: Den geeigneten Kandidaten für eine offene Position zu finden. Bewerber und Arbeitgeber stehen also vor der Aufgabe, in relativ kurzer Zeit eine Entscheidung zu treffen, die massive Auswirkungen auf die Zukunft hat. Schließlich soll das Arbeitsverhältnis ja möglichst lange halten.


Ein wesentlicher Aspekt hierbei ist natürlich die fachliche Eignung. Es ist niemandem damit gedient, wenn Sie einen Job annehmen, der Sie dauerhaft unter- oder überfordert. Im Weiteren gehen wir natürlich davon aus, dass Sie für die offene Position qualifiziert sind.


Mein Tipp für das Vorstellungsgespräch bezieht sich auf die weiche Seite der Auswahlentscheidung, die sowohl Ihr zukünftiger Arbeitgeber aber auch Sie selbst treffen müssen: die der persönlichen Passung. Glauben Sie mir: 80% der Auswahlentscheidungen werden immer noch auf der Basis „mag ich - mag ich nicht“ getroffen. Und das ist noch nicht einmal (gänzlich) falsch, schließlich wollen Sie und Ihr zukünftiger Vorgesetzter ja reibungslos zusammenarbeiten können. Ihr Gesprächspartner wird sich also mehr oder weniger bewusst die Frage stellen, ob Sie „ins Team“ passen. Dabei kann er sich nur auf seine Eindrücke im Vorstellungsgespräch beziehen.

Deshalb mein Tipp für das Vorstellungsgespräch: Tun Sie sich selbst und Ihrem potentiellen Arbeitgeber den Gefallen und verbiegen Sie sich möglichst wenig im Vorstellungsgespräch.


Meiner Überzeugung nach beruht ein erfolgreiches Arbeitsverhältnis darauf, dass Mitarbeiter und Unternehmen optimal zueinander passen. Man beachte: Ich spreche hier von einem erfolgreichen Arbeitsverhältnis und nicht von einem erfolgreichen Vorstellungsgespräch. Natürlich können Sie sich mit Ratgebern wie „Den ersten Eindruck steuern“ oder „Körpersprache richtig einsetzen“ ein Verhalten antrainieren, das Ihren Interviewer umhaut. Aber was passiert, wenn Sie dieses Verhalten dann im Arbeitsalltag nicht durchhalten? Dann kommt es häufig zu gegenseitigen Enttäuschungen.


Es ist vollkommen natürlich und richtig, dass sie im Interview einen guten Eindruck hinterlassen wollen.


Natürlich überlegt man sich zum Beispiel bei der Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch, was die passende Kleidung ist. Wenn aber der Anzug oder das Kostüm für Sie vollkommen ungewohnt sind oder Sie sich darin sogar unwohl fühlen, rate ich Ihnen zu einer anderen Wahl Ihres Outfits.


Gleiches gilt für die Sprache: Ich habe als Personaler etliche Bewerber kennengelernt, die offenbar unbedingt mit einer besonders geschraubten Wortwahl punkten oder unbedingt ihren Dialekt verheimlichen wollten. Lassen Sie es. Reden Sie, wie Ihr Schnabel gewachsen ist, wenn auch vielleicht nicht unbedingt so, wie Sie sich mit Ihren Freunden beim Bier oder Wein unterhalten würden.


Damit wir uns nicht falsch verstehen: Mit diesem Tipp für das Vorstellungsgespräch garantiere ich ausdrücklich nicht, dass Sie den Job bekommen werden. Sie stellen damit nur sicher, dass beide Seiten die richtige Entscheidung treffen.


Was ich hier zunächst nur aus Sicht des Unternehmens geschildert habe, gilt für Sie als potentieller Mitarbeiter in gleichem Maße: Sie müssen sich natürlich ebenso fragen, ob dieser Arbeitgeber zu Ihnen passt. Können Sie hier so sein, wie Sie sind? Haben Sie das Gefühl, dass Sie sich in der Unternehmenskultur, die Ihnen im Bewerbungsprozess gezeigt wird, dauerhaft wohl fühlen werden? Und Hand auf’s Herz: Können Sie sich ehrlich vorstellen, mit diesem Vorgesetzten zusammenzuarbeiten? Daraus leitet sich ein weiterer Tipp zum Vorstellungsgespräch ab: Hören Sie auf Ihren Bauch.


Je verzweifelter wir auf Jobsuche sind, desto größer ist die Versuchung, sich im Vorstellungsgespräch zu verbiegen oder bei den eigenen Ansprüchen Abstriche zu machen. Das ist keine gute Basis für eine dauerhafte Arbeitsbeziehung.


Eine gute Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch ist das A und O!


Eine gewissenhafte Vorbereitung ist aus meiner Sicht das A und O für ein erfolgreiches Bewerbungsgespräch. Sie umfasst mindestens die folgenden Bereiche:

  • den Job und Ihren potentiellen neuen Arbeitgeber

  • Ihren Lebenslauf

  • den Klassiker: Die Frage nach den Schwächen

  • Ihre Gehaltsvorstellungen

Vorbereitung auf den Job und den neuen Arbeitgeber


Ein beliebter Einstieg in ein Bewerbungsgespräch ist die Frage nach Ihrer Motivation, sich ausgerechnet bei diesem Unternehmen und für diese Position zu bewerben. Das ist Ihre Chance, über Ihre Stärken und über Entwicklung zu sprechen. Sparen Sie sich Plattitüden. In meiner Zeit als Personalchef im Verlagswesen war die Standardantwort: „Ich habe mich bei Ihnen beworben, weil ich gern lese“. Nicht so originell.


Es sollte für Sie selbstverständlich sein, dass Sie sich in der Vorbereitung zum Vorstellungsgespräch ausführlich über Ihren neuen Arbeitgeber informieren. Wie präsentiert sich das Unternehmen im Internet und den sozialen Medien? Was sagen andere Bewerber und Mitarbeiter auf Portalen wie kununu.de oder glassdoor.de? Nehmen Sie ruhig die Gelegenheit wahr, Ihren Gesprächspartner im Vorstellungsgespräch über sein Profil bei xing.com oder LinkedIn.com vorab kennenzulernen. Vielleicht ist es für die Position, auf die Sie sich bewerben, sinnvoll, sich einmal den letzten Geschäftsbericht anzusehen oder sich über die Struktur des Unternehmens zu informieren.


Dieser Tipp für das Vorstellungsgespräch hat einen mehrfachen Nutzen: Zum einen ist es einfach ein Akt der Wertschätzung gegenüber Ihrem Gesprächspartner, wenn Sie informiert zum Interview erscheinen. Sie präsentieren sich damit ungleich professioneller. Darüber hinaus ergeben sich aus Ihrer Recherche bestimmt Fragen, die Sie im Vorstellungsgespräch klären wollen.


Und nein - es ist nicht notwendig, Ihrem Gesprächspartner die Unternehmenskennzahlen aus dem Internet aufzusagen. Die kennt er schon.


Den eigenen Lebenslauf kennen.


Dieser Tipp zum Vorstellungsgespräch mag sich zunächst etwas komisch anhören. Natürlich kenne ich meinen Lebenslauf! Ist das wirklich so? Haben Sie alle Jahreszahlen und Stationen sicher im Kopf? Ich selbst komme da schon ab und zu mal durcheinander.


Es ist hilfreich, wenn Sie Ihren Lebenslauf auf unterschiedliche Art und Weise präsentieren können. Manche Personaler werden Sie bitten, sich kurz (!) von der Ausbildung bis zur letzten Position vorzustellen. Andere bevorzugen den Weg von der Gegenwart zurück in die Vergangenheit.


Überlegen Sie sich, welche Stationen in Ihrer Karriere besonders wichtig waren für die Position, auf die Sie sich bewerben. Auf diese Phasen sollten Sie in Ihrer Präsentation ausführlicher eingehen und gern mit entsprechenden Beispielen anreichern. Anderes, was für den neuen Job weniger wichtig ist, wird der Vollständigkeit halber erwähnt, aber nicht weiter ausgebreitet. Wenn Ihr Gesprächspartner mehr über diese Phase erfahren will, wird er schon fragen. Mit einer solchen situationsbezogenen Darstellung Ihres Lebenslaufes stellen Sie einen professionelle Auftritt sicher.


Vielleicht gibt es in Ihrem Lebenslauf Lücken oder Brüche, die erklärungswürdig sind. Mein Tipp für Ihr Vorstellungsgespräch: Seien Sie auf kritische Fragen hierzu vorbereitet. Es ist keine Schande, wenn Sie keine Bilderbuchkarriere vorweisen können. Ein professioneller Personaler sucht nach Hinweisen, die für oder gegen eine Anstellung sprechen. Wenn Sie eine plausible und authentische Erklärung für die weniger ruhmreichen Phasen Ihres Lebenslaufs vorweisen können, ist er in der Regel schon zufrieden.


Der Klassiker: Die Frage nach den Schwächen


Manchen Vorgesetzten und Personaler lieben diese Frage: „Und was sind ihre persönlichen Schwächen?“. Ich selbst verspreche mir als Interviewer wenig von diesem Vorgehen, denn was soll mein Gegenüber schon antworten? „Ich bin ein Psychopath und notorischer Lügner“?


Mein Tipp für Ihr Vorstellungsgespräch: Sprechen Sie lieber von Entwicklungsfeldern, an denen Sie arbeiten wollen, um die Stelle perfekt ausfüllen zu können. Damit zeigen Sie, dass Sie sich intensiv und selbstkritisch mit den Anforderungen an die Position und Ihrer persönlichen Qualifikation auseinandergesetzt haben.


Bitte, bitte antworten Sie nicht mit: „Meine größten Schwächen sind meine Ungeduld und mein Perfektionismus“. Das hat der Personaler auf der anderen Seite des Tisches schon tausendmal gehört.


Ihre Gehaltsvorstellungen


An irgendeiner Stelle im Bewerbungsprozess kommt die Frage: „Wie sehen Ihre Gehaltsvorstellungen aus“? Das ist immer ein heikler Moment: Verlange ich zu wenig, verkaufe ich mich unter Wert. Verlange ich zu viel, falle ich aus dem Raster.


Auch hier ist eine entsprechende Vorbereitung hilfreich. Wenn Sie bislang bereits in einer vergleichbaren Position gearbeitet haben, verfügen Sie bereits über einen Anhaltspunkt. Schwierig wird es, wenn Sie sich für eine höherwertige Stelle bewerben. Hier können Sie nur recherchieren, was eine branchenübliche Vergütung darstellt. Vielleicht gibt es einschlägige Tarifverträge? Auch sind etliche Gehaltsrechner im Netz verfügbar, deren Aussagegehalt aber schwer überprüfbar ist.


An dieser Stelle lautet mein Tipp für Ihr Vorstellungsgespräch: Wenn Sie sich unsicher sind, was eine angemessene Vergütung sein könnte, seien Sie in diesem Punkt (wie in anderen auch) möglichst transparent. Es ist Ihnen kaum übel zu nehmen, wenn Sie nach der unternehmensüblichen Eingruppierung fragen. Wenig hilfreich empfinde ich die Angabe einer Gehaltsspanne: „Ich möchte zwischen X € und Y € verdienen“. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich Ihr neues Arbeitgeber für das Maximum entscheidet, ist relativ gering.


In meinem Coaching zur beruflichen Neuorientierung greife ich auf jahrzehntelange Erfahrung als Personaler in unterschiedlichsten Branchen zurück. Ein Teil meiner Beratung ist die optimale Vorbereitung auf Ihre Interviews, bei der die hier dargestellten Tipps zum Vorstellungsgespräch natürlich immer wieder Thema sind. Vereinbaren Sie noch heute einen Termin für ein unverbindliches Kennenlernen. Ich freue mich auf Ihren Anruf!



 
 
 

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